Begegnung und Austausch
Eine Intensivierung von Arbeitsbeziehungen im Rahmen der Herbstklausur des Arbeitskollegiums.

Die Klausur des Arbeitskollegiums der deutschen Landesgesellschaft fand in diesem Jahr vom 12. bis 15. September 2021 auf dem Haftelhof bei Landau in der Pfalz statt. In Fortsetzung von Besuchen verschiedener Landesgesellschaften im Rahmen der jährlichen Klausur war diesmal eine Zusammenkunft mit dem französischen Landesvorstand in Arles geplant.
Pandemiebedingt mussten wir leider kurzfristig unsere Pläne umstellen und auf eine persönliche Begegnung mit den französischen Kolleg*innen sowie das Kennenlernen von Initiativen und Einrichtungen in der Region Arles verzichten. Im Rahmen der Klausurtage ermöglichte dann ersatzweise eine Zoomkonferenz mit den Vertreter*innen des französischen Landesvorstandes kleine Einblicke in die aktuellen Arbeits- und Lebensbedingungen der französischen Landesgesellschaft. Der anregende Gesprächs- und Erfahrungsaustausch bezog sich unter anderem auf die Handhabung von kritischen Beiträgen gegen die Anthroposophie in der Öffentlichkeit und mögliche Perspektiven damit umzugehen. Dieser Austausch soll baldmöglichst bei einem Präsenztreffen der beiden Vorstände weiter vertieft werden.
Am 11. September 2021, einen Tag vor Beginn der Klausur, beteiligte sich das Arbeitskollegium am Mitgliedertag der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach. Rund 80 Teilnehmende hatten sich am Goetheanum versammelt und über einen Livestream konnten Mitglieder aus aller Welt an der Veranstaltung teilhaben. Gesprächs- und Arbeitsgruppen in verschiedenen Sprachen ermöglichten eine Beteiligung. Der gemeinsame Blick richtete sich auf das Zeitgeschehen und die zentrale Frage lautete: „Welchen Beitrag können wir mit Anthroposophie zur Gesundheit unseres Planeten und zur Würde des Menschen leisten?“ Beiträge von Vertreter*innen der Goetheanumleitung und der Landesgesellschaften sowie einzelnen Mitgliedern näherten sich dieser Fragestellung von verschiedenen Seiten. Aktuelle Aufgabenstellungen und mögliche Zielsetzungen für die anthroposophische Bewegung wurden herausgearbeitet.
Die Begegnungen und der Erfahrungsaustausch auf dem Mitgliedertag bildeten den Hintergrund für die Klausur des Arbeitskollegiums, das am nächsten Tag zum Haftelhof in die Südpfalz reiste.Die historischen Gebäude des 1470 erbauten ehemaligen Klosterhofes des Augustinerklosters Stephansfeld stehen für kulturelle Veranstaltungen und Tagungen zur Verfügung. Das Anwesen liegt inmitten einer sanften Hügellandschaft mit weitem Blick auf die Rheinebene und den Schwarzwald, den Odenwald, Pfälzer Wald und die Vogesen. Abseits vom täglichen Getriebe waren wir die einzigen Gäste und dieser Tagungsort bot uns optimale Bedingungen, um uns auf die Arbeitszusammenhänge und Aufgaben der AGiD zu konzentrieren.
Zum Auftakt unserer drei Konferenztage führten wir ein Rundgespräch, indem wir einen differenzierten und selbstkritischen Rückblick auf unsere Zusammenarbeit sowie die Entwicklung von Arbeitsvorhaben und Initiativen der einzelnen Vorstandsmitglieder machten. Arbeitsschwerpunkte und Aufgaben wurden herausgearbeitet und entsprechende Delegationen bestätigt oder neu ausgesprochen.
Intensiv beschäftigte uns die Übergabe einzelner Verantwortungsbereiche der Generalsekretärstätigkeit ab 2022, wenn Michael Schmock ausscheiden wird, und die damit verbundenen Fragestellungen. Entwicklungsaufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Mitgliedern, den örtlichen Zweigen in Deutschland und der Weltgesellschaft standen als weitere Themen auf unserer Agenda.
Matthias Niedermann und Sebastian Knust, die beide im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der AGiD tätig sind, waren eingeladen, von laufenden Projekten und Vorhaben zu berichten und gemeinsam mit uns die geleistete und in Planung befindliche Arbeit zu reflektieren.
Der Rückblick auf die vergangenen Monate zeigte, dass die pandemiebedingte Absage des Kongressfestivals „Soziale Zukunft“ dazu herausgefordert hat, die Inhalte einer möglichen Zusammenarbeit mit den bisherigen Kooperationspartnern neu auszuloten. Eine Perspektive könnten gemeinsame Projekte im Rahmen der anstehenden hundertjährigen Jubiläen bis 2025 sein. Die Idee, ein Kompetenzzentrum für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit einzurichten, wird weiter auf seine Umsetzbarkeit überprüft.
Ein Gesamtblick auf die von der Landesgesellschaft (mit)verantworteten Medien sowie auf die neu gestaltete Internetseite der AGiD rundete das Thema Öffentlichkeitsarbeit ab.
In Vorbereitung auf eine Mitgliedertagung im Juni 2022 mit dem Schwerpunktthema „Reinkarnation und Karma“ konzentrierten wir uns in der inhaltlichen Studienarbeit auf den „Karma-Begriff“ Rudolf Steiners, verbunden mit einem Einstieg in praktische Übungen. Diese morgendlichen Sitzungseinheiten zeigten sich als fruchtbarer Stimmungshintergrund für die tägliche Arbeit. Eine Fortsetzung dieser Inhalte in den Sitzungen des Arbeitskollegiums in den nächsten Monaten ist beabsichtigt. Im vergangenen Jahr wurden von der AGiD kleine „Karma-Kolloquien“ veranstaltet. Mit erweitertem Teilnehmerkreis wird vom 22. bis 24. Oktober 2021 ein weiteres Karma-Kolloquium stattfinden.
Direkt im Anschluss an die Klausur folgte im Rahmen einer Gesamtkonferenz ein Arbeitstreffen des Arbeitskollegiums mit den Vertreter*innen und Schatzmeister*innen der zehn Arbeitszentren der deutschen Landesgesellschaft in Stuttgart. Klausurergebnisse, Berichte und aktuelle Aufgabenstellungen und Arbeitsvorhaben konnten mit den Arbeitszentrumsvertretern beraten und konkretisiert werden.
So intensivierten sich in der Woche vom 11. bis 18. September 2021 die vielfältigen Arbeitsbezüge mit den tätigen Menschen im Gesamtzusammenhang der Anthroposophischen Gesellschaft und bilden für das Arbeitskollegium der AGiD eine gute Grundlage für das begonnene Arbeitsjahr.
Antje Putzke | AGiD-Vorstandsmitglied